-bil- Hörstel. Vom kleinen Chat in einer Internet-Single-Börse zum riesigen Selbstläufer: Zunächst wurde seine Hilfe abgelehnt, doch nun kann sich Frank Lieneke vor Angeboten selbst kaum retten. Michael Mittermeier unterstützt ihn, Hermann van Veen und auch die Musikgruppe „Schürzenjäger". Ärzte, Apotheker und Hilfsorganisationen schließen sich dem Hörsteler bei der Hilfe für die Opfer der Flutkatastrophe in Südasien an.
Zuvor hatte sich Lieneke für einen Einsatz im Katastrophengebiet beim DRK, bei Unicef und beim THW beworben. „Ich habe keine Ahnung, warum die mich nicht wollten", sagt er. Über die Ablehnung enttäuscht, beschloss der gelernte Koch und Veranstaltungstechniker: „Dann eben auf eigene Faust."
Seit dem 26. Dezember 2004, dem Tag, an dem Tausende durch den Tsunami ihre Existenz verloren, ist Lienekes Hauptbeschäftigung das Telefonieren. Seine Aufträge als selbstständiger Veranstaltungstechniker und Koch hat er kurzerhand gekündigt, um mehr Zeit zu haben. „Ich habe mir das schwieriger vorgestellt. Aber mittlerweile überrollen mich die Ereignisse."
Bei einem Gespräch in einem Internet-Single-Chat motivierten ihn einige Bekannte zunächst, trotz der Absagen weiterzumachen - sie wollten sogar Geld für einen Flug spenden. „Einfach so wollte ich aber kein Geld annehmen", sagt Lieneke. Mit seinem Steuerberater hat er deswegen ein offizielles Spendenkonto gegründet und begann dann seine durch die selbstständige Arbeit vielfältigen Kontakte zu nutzen.
So kam eines zum anderen. Bekannte Musiker wie Hermann van Veen und Comedians wie Michael Mittermeier überließen Lieneke Backstage-Karten, die er nun versteigert. Apothekerverbände und die Firma „Ratiopharm" spendeten ihm palettenweise Medikamente und Verbandsmaterial, mit „Luftfahrt ohne Grenzen" sowie dem FMO steht er in Verhandlungen zum Transport der Güter.
Auf Sri Lanka arbeitet Lieneke mit Dietmar Döring zusammen, der seit mehr als zehn Jahren das AGSEP (Asian German Sport Exchange Programme) in Marawila leitet - eine unabhängige Organisation, die ein internationales Sportaustauschprogramm führt und sich der Friedensförderung zwischen den beiden ethnischen Hauptgruppen, Singhalesen und Tamilen, verschrieben hat.
„Döring ist ein guter Bekannter von mir und bat mich um Hilfe", berichtet Lieneke von seinem Besuch auf Sri Lanka Mitte Januar. Dort hat er geholfen, Lebensmittel, Wasser und Medikamente in entlegene Regionen zu bringen und Krankenhäuser zu versorgen. Mehr als 200 Helfer, Praktikanten und Studenten sind für die Organisation, die mittlerweile eine der größten privaten Hilfseinrichtungen ist, mit der Regierung und mit „Friedensdorf International" zusammenarbeitet, im Einsatz.
„Als nächstes plant Döring ein Trauma-Relief-Zentrum aufzubauen, denn bei vielen Kindern und Jugendlichen hat die Flutwelle ein traumatisches Erlebnis zurückgelassen. Wenn sie eine laute Welle hören, sind sie zum Teil total aufgelöst und verstört", berichtet Lieneke. Auch er will sich beim Bau des Sport- und Spielzentrums in Nilaveli im Nordosten Sri Lankas beteiligen - mit Spenden, die er gesammelt hat.
Am 14. März soll es losgehen. Bis dahin will Lieneke noch weiter organisieren und Spenden, vor allem Kinderspielsachen, sammeln. Rund acht Monate wird der Hörsteler dann auf Sri Lanka bleiben. Und neben dem Transport seiner gesammelten Spenden ist ihm eines besonders wichtig: „Ich möchte selbst mit anpacken und einzelnen Familien beim Wiederaufbau ihrer Häuser und Fischerboote helfen." Was genau Lieneke vor Ort leistet und wo die Spendengelder hinfließen, will er auf seiner Internet-Homepage dokumentieren.
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